Brief an die Aktionäre

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

fokussiert auf langfristig profitable Wachstumschancen: So lässt sich in Kurzform die Neuausrichtung von AIXTRON im Geschäftsjahr 2017 zusammenfassen. Unser positives Ergebnis in diesem Zeitraum ist zwar noch auf Sondereffekte durch den Verkauf unserer Produktlinie für Speicherchips zurückzuführen, aber wir haben durch die Neuausrichtung im vergangenen Jahr die Grundlagen geschaffen, um in Zukunft im operativen Geschäft nachhaltig schwarze Zahlen zu schreiben. Gleichzeitig bieten uns sowohl unser Kerngeschäft im Bereich der MOCVD-Anlagen für opto- und leistungselektronische Bauelemente als auch die Depositionsanlagen für OLED-Displays unserer Tochtergesellschaft APEVA erkennbare Wachstumsperspektiven für die nächsten Jahre.

Aufgrund unserer gestärkten Position in den von uns adressierten Märkten sowie effizienterer Produktionsprozesse haben wir zuletzt höhere Bruttomargen als in den Vorjahren für unsere Anlagen erzielen können. Darüber hinaus spüren wir den Rückenwind einer anziehenden Nachfrage, vor allem in der Optoelektronik. Mit einem Gesamtumsatz von EUR 230 Mio. haben wir 2017 den oberen Bereich der von uns angestrebten Spanne erreicht, auch der Auftragseingang entwickelte sich mit EUR 263 Mio. besser als zuletzt erwartet.

Erfolgreiche Neuausrichtung

Grundlage für das Erreichen des positiven Ergebnisses war die konsequente Anpassung unseres Produktportfolios im Jahr 2017: Wir haben unsere Aktivitäten in den Bereichen III-V-auf-Silizium (TFOS) sowie Dünnfilmverkapselung (TFE) eingefroren und die Produktlinie für Speicherchips (ALD/CVD) an Eugene Technology verkauft. Diese Schritte dienten dazu, die Kosten für Forschung und Entwicklung in Einklang mit unseren Umsatzerlösen zu bringen. Auch in Zukunft streben wir Partnerschaften, Joint Ventures oder andere Möglichkeiten der Kooperation an, wenn dadurch notwendige Investitionen auf mehrere Schultern verteilt werden können und der Kundenzugang gestärkt werden kann.

Ein Beispiel ist die Gründung unserer Tochter APEVA SE, mit der wir die Entwicklung und Vermarktung unserer OLED-Technologie voranbringen möchten. Hier befinden wir uns aktuell in fortgeschrittenen Gesprächen mit potenziellen Partnern und Investoren. Parallel arbeiten wir eng mit einem großen asiatischen Display-Hersteller zusammen, um unsere Technologie für die Produktion von OLED-Displays zu qualifizieren. Nachdem wir 2017 eine Entwicklungsanlage für die Substratgröße Gen1 (200 x 200 mm) erfolgreich in Betrieb genommen haben, bereiten wir derzeit die Installation der nächstgrößeren Gen2-Anlage (370 x 470 mm) beim Kunden vor.

Um das Produktportfolio von AIXTRON auch zukünftig erweitern zu können, entwickeln wir im Rahmen unserer Innovationspools unsere Anlagen-Technologie zur Herstellung von Graphen, Kohlenstoff-Nanoröhren und Kohlenstoff-Nanodrähten gezielt weiter. Das Zukunftspotenzial dieser Materialien, die künftig in einer Vielzahl möglicher Anwendungen wie zum Beispiel in Displays, Batterien oder Halbleiter-Bauelementen zum Einsatz kommen könnten, ist vielversprechend.

Profitables Wachstum im Kerngeschäft

In den nächsten Jahren wird sich AIXTRON mit seiner vielfältig anwendbaren Kerntechnologie MOCVD vor allem auf die Bereiche Opto- und Leistungselektronik konzentrieren. In diesen Märkten sind wir heute Technologieführer – eine Position, die wir weiter behaupten wollen. Anlagen für die Opto- und Leistungselektronik trugen im vergangenen Geschäftsjahr den Großteil zum Anlagenumsatz des AIXTRON Konzerns bei – mit weiter steigender Tendenz.

AIXTRON profitierte im Jahr 2017 insbesondere von der zunehmenden Bedeutung der Optoelektronik für die großen Technologietrends Digitalisierung und Kommunikation. Zahlreiche aktuelle und künftige Anwendungen in der Unterhaltungselektronik (3D-Sensorik, Displays, Virtual/Augmented Reality), IT- und Telekommunikation (optischer und drahtloser Datentransfer, Internet der Dinge) sowie in der Automobilindustrie (Sensorik für Autonomes Fahren) sind inzwischen untrennbar mit den Laser- und RF-Chips, ROY- und Infrarot-LEDs aus unseren Anlagen verbunden.

Der Umsatz mit LED-Anlagen, unter anderem für die Produktion roter, oranger und gelber LEDs (ROY) sowie UV-LEDs entwickelte sich positiv. Das Geschäft mit Anlagen für die Massenherstellung von blauen LEDs für Anwendungen der allgemeinen Beleuchtung verliert hingegen für uns immer mehr an Bedeutung. Hier hat sich der Wettbewerb zuletzt verschärft, was mit sehr niedrigen und somit unattraktiven Margen einhergeht.

In der Leistungselektronik erwarten wir in den kommenden Jahren eine steigende Nachfrage nach unseren Anlagen, getrieben durch eine wachsende Zahl von Anwendungen in der Automobilindustrie, der Energieerzeugung sowie in der Telekommunikationsindustrie und Unterhaltungselektronik. Unter anderem werden die hochleistungs- und hochfrequenzfähigen Bauelemente auf Basis von Galliumnitrid (GaN) und Siliziumkarbid (SiC) zunehmend in Elektrofahrzeugen (elektrischer Antriebsstrang, Ladestationen) sowie in Anwendungen für kabelloses Laden oder dem kommenden Mobilfunkstandard 5G eingesetzt.


 

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

das erfolgreiche Geschäftsjahr 2017 wäre nicht möglich gewesen ohne die engagierte Arbeit der kompetenten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von AIXTRON. Ihnen möchten wir daher an erster Stelle danken.

Ein großer Dank gilt auch unserem Aufsichtsrat für den zeitnahen und konstruktiven Austausch in allen Fragen der Unternehmensführung und seine Unterstützung der künftigen AIXTRON-Strategie sowie seinem Vorsitzenden Kim Schindelhauer, der in 2017 für ein halbes Jahr den Vorstandsvorsitz übernommen und in dieser Funktion richtungsweisende Schritte zur Neuausrichtung des Unternehmens auf den Weg gebracht hat.

Darüber hinaus bedanken wir uns bei Ihnen, sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, für Ihre treue Unterstützung bei der Neuausrichtung von AIXTRON. Der deutliche Anstieg des Aktienkurses im vergangenen Jahr zeigt uns, dass die Märkte das Vertrauen in unser Unternehmen wiedergefunden haben und von seiner Innovationskraft überzeugt sind. Lassen Sie uns den eingeschlagenen Weg zu nachhaltiger Profitabilität in 2018 gemeinsam weitergehen!

Ihre

Dr. Felix Grawert und Dr. Bernd Schulte





     
     
Dr. Felix Grawert   Dr. Bernd Schulte